Das Wasser, das niemand sieht: in Grün, Blau und Grau

Weltwassertag am 22. März:

Wer ein Glas Bier trinkt, verbraucht, ohne es zu merken, rund 75 Liter Wasser. Bei einem Glas Wein sind es etwa 120 Liter und bei einer Tasse Kaffee etwa 132 Liter. So viel Wasser beansprucht die Herstellung dieser Getränke. Der Weltwassertag am 22. März erinnert daran, dass Wasser zwar aus dem Hahn kommt, der größte Verbrauch aber oft unsichtbar in Produkten steckt.

Was hat es mit dem virtuellen Wasser auf sich?

In Deutschland verbrauchen wir pro Person rund 130 Liter Wasser pro Tag direkt, der tatsächliche Wasserverbrauch liegt jedoch bei etwa 7.200 Litern täglich. „Bildlich gesprochen verbrauchen wir jeden Tag zwei Dutzend Badewannen voller Wasser, auch wenn wir nie ein Vollbad nehmen“, erklärt Jana Arnold vom Forum Trinkwasser e.V. Experten unterscheiden drei Arten von Wasser: Grünes Wasser ist Regenwasser, blaues wird zur künstlichen Bewässerung eingesetzt und graues Wasser ist belastetes Abwasser, das aufbereitet werden muss. Zusammen bilden sie das virtuelle Wasser, das in einem Produkt steckt. Der „Wasserfußabdruck“ bezeichnet die Wassermenge, die direkt und indirekt benötigt wird.

Den Wasserfußabdruck verkleinern

„Wer seinen Wasserfußabdruck verkleinern möchte, sollte beim eigenen Konsum ansetzen“, so Jana Arnold. Die Produktion von Rindfleisch etwa benötige deutlich mehr Wasser als die Produktion von Geflügel. Wer ein Jahr lang Geflügelfleisch statt Rindfleisch isst, kann viele tausend Liter Wasser sparen. Noch besser ist eine pflanzliche Ernährung, sie spart Tausende Liter Wasser, das für den Anbau von Futtermitteln gebraucht wird. Die Expertin weist zudem darauf hin, dass heimisches Obst und Gemüse, das Saison hat, oft ohne beheizte Gewächshäuser oder künstliche Bewässerung wächst. Ökologischer Anbau setzt weniger synthetische Dünger und Pestizide ein. „Deshalb sollte beim Einkaufen das Prinzip gelten: regional, saisonal und möglichst ökologisch. Zu Hause gilt dann: richtig lagern, besser planen und Reste verwerten“, rät Arnold.

Bei Mode und Elektronik Wasser sparen

Fast Fashion etwa ist vor allem ein massives Wasserproblem. Jana Arnold rät daher dazu, Kleidung möglichst lange zu tragen und zu reparieren und auch mal Secondhandläden oder Kleidertausch auszuprobieren: „Jede vermiedene Neuanschaffung senkt den virtuellen Wasserverbrauch, der bei der Textilproduktion anfällt.“ Auch bei der Herstellung von Elektronik werden viele Liter Wasser verbraucht, vor allem wegen der Gewinnung und Aufbereitung wertvoller und seltener Rohstoffe. Ein neuer Computer kommt auf rund 20.000 Liter verbrauchtes Wasser. „Wer Wasser sparen möchte, sollte auch elektronische Geräte gebraucht kaufen und so lange wie möglich nutzen“, rät Jana Arnold.

Quelle: DJD/Forum Trinkwasser;
Fotos: DJD/Forum Trinkwasser/sutulastock – stock.adobe.com; Viktor – stock.adobe.com; Igor – stock.adobe.com

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