Die Heilkraft des Wassers

wasser

Schon im Altertum verordneten römische Ärzte ihren Patienten kalte Güsse oder Umschläge. Im 19. Jahrhundert entwickelte der Wasserdoktor Sebastian Kneipp (1821- 1897) die Idee, durch Kältereize die körperlichen Selbstheilungskräfte anzuregen und das Immunsystem zu stärken. Inzwischen haben wissenschaftliche Studien die therapeutischen Effekte solcher Kneippanwendungen nachgewiesen; daran kann man sehen, dass nicht nur die Anfälligkeit für Erkältungen und grippale Infekte sinkt, sondern die Therapie auch bei Bluthochdruck und bei nervösen Störungen wirkt, die Gefäße und das Herz-Kreislauf-System trainiert, die Venen kräftigt und bei Krampfadern hilft. Bekannt sind heute noch spezifischere Effekte von Kältereizen. So werden in unterkühlten Gewebe auch weniger Entzündungsstoffe freigesetzt, was die Medizin sich bei verschiedenen Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis zunutze macht. Wenige Minuten in besonderen Kammern bei -110 Grad Celsius dämpfen Gelenkschmerzen sowie Juckreiz.

Thalassotherapie

Die Thalassotherapie ist die Behandlung von Beschwerden mit kaltem oder erwärmtem Meerwasser, Meeresluft, Sonne, Algen, Schlick und Sand (vom griechischen Wort thalassa für „Meer“). Schon Römer und Griechen machten ihre Erfahrungen damit. Hippokrates (ca 460 – 370 v.Chr.) zum Beispiel empfahl warmes Meerwasser bei Rheuma und Ischiasbeschwerden.

Onsen - Entspannen auf Japanisch

Der Tsuboyu-Onsen gilt als die älteste Heilquelle Japans. „Onsen“ ist der japanische Begriff für heiße Quellen. Das Wort „Tsubo“ bedeutet im Japanischen „Topf“ oder „Vase“, und Tsuboyu ist in der Tat eine kleine und einfache Quelle in Form einer Vase. Nur bis zu drei Menschen finden zur gleichen Zeit in der Quelle Platz. Tsuboyu hat zudem die seltene und beeindruckende Eigenschaft, dass sich das Wasser in ihr siebenmal am Tag farblich zu ändern scheint. Es soll bei Rheumatismus, Neuralgie, Hautkrankheiten und selbst Diabetes helfen. Onsen bedeutet nicht nur körperliche Erholung durch das mineralreiche Thermalwasser, mindesten ebenso wichtig ist die beruhigende Wirkung auf den Geist. Einem alten Volkslied zufolge kann durch das Bad im Onsen „alles geheilt werden, nur die Liebe nicht“…

Spa – das europäische Onsen?

In Europa gibt es circa 410 Thermen, davon in Deutschland 240. Der Begriff „Spa“ geht zurück auf den belgischen Badeort Spa, den britische Touristen seit dem 16. Jahrhundert besuchten. Mittlerweile hat sich Spa als übergeordneter Begriff für allerlei Gesundheits- und Wellnesseinrichtungen etabliert. Die heißen Quellen können jedoch oft weit mehr bieten als Entspannung und Erholung. Viele der heutigen Thermalwässer sind staatlich anerkannte Heilwässer, die zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden. Thermalwässer können sich sowohl in der Höhe der Temperatur als auch bezüglich der mineralischen Inhaltsstoffe unterscheiden. Kohlensäurebäder lindern Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Beschwerden. Schwefelquellen werden gern bei Haut- und Gelenkleiden empfohlen.

Wasser, das blaue Glück

Wasser beeinflusst unser Bewusstsein, das behaupteten zumindest die Psychoanalytiker um Sigmund Freud (1856 – 1939). Einer Theorie zufolge versucht der Mensch zeitlebens, wieder zurück ins Meer zu gelangen, wo seine Entwicklung einst begann. Neurowissenschaftler, Psychologen und Glücksforscher konnten bestätigen, was wir schon immer erahnten. Die Nähe zum Wasser macht uns entspannter und glücklicher. Unserem Gehirn genügt es oft schon, wenn wir einfach nur aufs Wasser schauen, erklärt der Meeresbiologe Wallace J. Nichols. Die meditative Wirkung des Wassers beruhigt unser gestresstes Gehirn. Unsere moderne Umwelt ist überladen mit positiven Ionen zum Beispiel von elektronischen Geräten. Negative Ionen finden sich in der Natur, im Grünen und besonders am Wasser und sind eine Art Verstärker für unsere Lebensenergie. Also muss der Ratschlag lauten: „Raus in die Natur und ab ans Wasser!“ Auch ein Spaziergang im Wald („Waldbaden“) kann uns also energetisieren. Zeit innezuhalten, die Natur zu genießen und die Seele baumeln lassen. Probieren Sie es aus.


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