Keine Angst vor Begegnungen mit Kühen & Co.

10 Tipps für gefahrloses Wandern in den Bergen

Rinder werden meist Mitte Mai auf die Bergwiesen geführt. Dort angekommen, grasen die Vierbeiner oft uneingezäunt und es kommt vor, dass Wanderwege die Weideflächen durchkreuzen. In der Regel sind Rinder ruhige und gutmütige Zeitgenossen, die Menschen gegenüber eher scheu reagieren. Fühlen sie sich jedoch durch unvorsichtiges Verhalten bedroht, kann es zu gefährlichen Situationen kommen.
Agrarwissenschaftlerin Lisa Kainz, Fachreferentin Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA, hat die zehn wichtigsten Sicherheitstipps zusammengestellt.

1 Mit Hunden: Wer mit einem vierbeinigen Begleiter unterwegs ist, sollte Wanderrouten fernab von grasenden Tieren wählen. Falls das nicht möglich ist, muss der Hund auf kritischen Strecken angeleint werden. Achtung: Wenn ein Rind angreift, sollte der Hund freigelassen werden. Er ist in der Regel schneller als die Kuh und kann flüchten, während sich der Mensch ebenfalls in Sicherheit bringt.

2 Abstand halten: Wandernde sollten die gekennzeichneten Wege nicht verlassen und keinesfalls über Zäune klettern oder durch Kuhherden laufen.

3 Die richtige Körpersprache: Rinder nicht mit den Augen fixieren. Menschen sollten locker an ihnen vorbeigehen, das signalisiert den Tieren: Es droht keine Gefahr.

4 Weidetiere nicht füttern oder streicheln: Essen kann zu Neid in einer Herde führen und der Mensch ist schnell Mittelpunkt der Streitereien.

5 Vorsicht bei Jungtieren: Kälber sollten niemals angelockt oder angefasst und Mutterkühe nicht bedrängt werden. Als fürsorgliche Eltern beschützen Kühe ihren Nachwuchs oft kompromisslos – notfalls auch mit einem Angriff.

6 Ruhe bewahren: In der Nähe von Rindern sollten Menschen nicht schreien oder hektische Bewegungen machen – auch ruhige Kühe werden dadurch möglicherweise verunsichert. Fehlt den Tieren die Möglichkeit zur Flucht, könnten sie sich zu einem Angriff genötigt fühlen.

7 Alarmzeichen: Die meisten Rinder sind äußerst friedlich und nicht jede Kuh, die sich für eine wandernde Person interessiert oder ihren Weg kreuzt, wird angreifen. Senkt ein Tier jedoch den Kopf, fixiert den Menschen, scharrt mit den Vorderhufen und schnaubt, dann ist höchste Vorsicht geboten. Das Rind fühlt sich offensichtlich gestört und kann zum Angriff übergehen. Diese Reaktion sieht man häufiger bei männlichen Tieren, die ihre Herde verteidigen.

8 Verhalten im Angriffsfall: Nicht auf den Boden legen oder hektisch wegrennen. Wer von einem Rind bedrängt wird, sollte versuchen, ruhig zu bleiben und langsam nach hinten weggehen; dabei dem Tier nicht den Rücken zudrehen oder in die Augen schauen.

9 Gefahr für sich selbst und andere abwenden: Wer andere Menschen beobachtet, die sich falsch oder unvorsichtig verhalten, kann sie auf den richtigen Umgang mit weidenden Tieren hinweisen.

10 Beobachten: Von einem sicheren Punkt aus lassen sich die friedlichen und faszinierenden Wiederkäuer gefahrlos bewundern – ganz ohne Stress für Mensch und Tier.

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