Der Wald ruft!

Diesmal habe ich mir den Regensburger Kletterwald für euch von Nahem angesehen und zeige euch hier einen kleinen Einblick.

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Der Kletterwald liegt in einem wunderschönen Waldstück bei Sinzing. Wenn man erst mal die Autobahn hinter sich gelassen hat und den Parkplatz erreicht hat, wird es plötzlich ganz ruhig und friedlich um einen herum. Der Kletterwald ist übrigens nicht die einzige Attraktion in dem großen Wäldchen. Abgesehen von der Kletteraction gibt es dort wunderschöne Rad- und Spazierwege, die man passieren kann. Diese führen sogar direkt an den Parcours vorbei, sodass man vorab schon mal ein bisschen gucken kann, was da so passiert. Das Walderlebniszentrum bietet den Besuchern den Wald mit allen Sinnen zu erleben und dabei noch einiges zu lernen. Und dann gibt es natürlich noch den Schönwerth-Märchenpfad, der eine in die Oberpfälzer Märchen- und Sagenwelt eintauchen lässt. Es ist alles ziemlich gut beschildert und man kann den Kletterwald in der großen Anlage eigentlich nicht verfehlen. Übrigens solltet ihr im Sommer auf keinen Fall euer Mückenspray vergessen, falls ihr hierfür anfällig seid. Ich spreche da leider aus Erfahrung.

Sicherheit steht an erster Stelle

Am Anfang eines jeden Kletterabenteuers bekommt man erst mal seine Ausrüstung. Diese besteht aus einem Sicherungsseil mit Karabinern (im Fachjargon Smart-Belay genannt) und natürlich einem Helm. Anschließend erfolgt eine leicht verständliche, sehr sympathische Einweisung in das Sicherungssystem. Das Sicherungssystem ist kinderleicht zu bedienen und wird auch den kleinen Besuchern so erklärt, dass sie nichts falsch machen können. Denn im Kletterwald klettert prinzipiell jeder für sich alleine und jeder sichert sich auch alleine. Übrigens wird im Kletterwald sehr auf Sicherheit geachtet, sodass man sich zu keinem Zeitpunkt unsicher oder gar in Gefahr fühlt. An jedem Parcour befinden sich jederzeit ein bis zwei Trainer, die die Anlage und die Kletternden überwachen. Die geben natürlich auch gerne Tipps wenn man nicht weiter kommt. Ist die Einweisung geschehen geht es auch schon zum Probe-Parcour Nummero Uno: der Kletterschule. Hier lernt ihr die Grundlagen für ein sicheres und eigenverantwortliches Klettern. Diesen Mini-Parcour absolviert ihr unter Aufsicht des Trainers, sodass ihr wirklich nichts falsch machen könnt. Ist das geschafft, kann der Spaß endlich beginnen!

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Schwingen, klettern, hangeln und dann landen!

Grundlegend sind alle Parcours gleich aufgebaut: sie bestehen aus mehreren Plattformen, zwischen denen das eigentliche Kletterabenteuer stattfindet: man schwingt, klettert und hangelt sich über verschiedene Elemente zur nächsten Plattform. Diese Elemente bestehen unter anderem aus verschiedenen Seilelementen, schwankenden Brücken oder auch mal aus so etwas abgefahrenem wie einem Schlitten, mit dem man bis zur nächsten Plattform rutschen kann. Am Ende jedes Parcours kommt der coolste Teil: das Abseilen mit dem Flying Fox, einer „Stahlseilrutsche“. Hier werden die Karabiner eurer Sicherung am Stahlseil eingehängt und ihr rutscht am Seil zur Landungsbox. Und ja, es fühlt sich an und sieht auch aus wie im Film! Aktuell gibt es im Kletterwald sieben Parcours, die man durchlaufen kann. Die Schwierigkeitsgrade reichen hier von sehr leicht bis sehr schwer. Somit ist gewährleistet, dass für jeden Besucher was dabei ist. Ein gewisses Maß an körperlicher Fitness ist sicherlich von Vorteil aber nicht zwingend notwendig.

Gemeinsam Grenzen überwinden

Richtig interessant ist der Partner-Parcour. Denn wer von euch würde nicht gern mal seine bessere Hälfte auf Herz und Nieren prüfen wenn es drauf an kommt? Natürlich geht es bei dem Partner-Parcour nicht nur darum. Manche der Übungen werden gemeinsam bewältigt, bei anderen gibt man einander die nötige Hilfestellung. So lernt man neue Herausforderungen gemeinsam zu lösen, Strategien zu entwickeln und sich natürlich auch näher kommen. Deshalb ist dieser Parcour nicht nur für Pärchen, sondern auch Freunde oder Eltern-Kind-Duos geeignet. Klingt alles schön und gut aber was mache ich, wenn ich Höhenangst habe? Kein Grund Daheim zu bleiben! Denn es gibt auch einen Parcour für Menschen mit Höhenangst. Und wie ich bei meinem Besuch beobachten konnte, sind auch Menschen mit Höhenangst wahnsinnig angespornt und begeistert von der wunderschönen Freizeitanlage. Wenn man erst mal den sehr leichten Parcour geschafft hat, möchte man aber auf jeden Fall über seine Grenzen hinauswachsen.

 

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Manchmal hilft Indiana Jones

Eine der schwierigsten Übungen in den Parcours, die ich gemacht habe, waren definitiv die Challenging Rings. Vergleichbar ist das am besten mit den zwei Ringen, die von der Decke hingen, für die, die sich noch an den Schulsport erinnern können. Das Problem dabei war nur, dass man auf einem Seil balancieren muss und die Ringe nicht verschiebbar sind. Ihr musst also immer mit einer Hand zum nächsten Ring greifen. Ich hatte echt ein bisschen Angst, dass ich einfach daneben greife und falle. Klar, ihr seid jederzeit gesichert und euch kann NICHTS passieren aber trotzdem möchte man nicht fallen. Das Gefühl zu fallen widerstrebt einem einfach. Außerdem möchte man ja nicht der einzige Depp sein, der dann da rumhängt und mit der Leiter runter geholt werden muss – wenn es sogar die 8-jährigen Kids schaffen heil auf der anderen Seite anzukommen. Bei einer anderen Übung, die eigentlich nur aus zwei Seilen bestand, kam ich nur durch weil ich durchgehend die Indiana-Jones-Melodie vor mich hin gesungen habe. Am Ende stand ich laut lachend auf der Plattform. Man muss eben nur wissen wie!

Entspannen im Wald-Cafe

Aufgrund meiner nicht wirklich vorhandenen körperlichen Fitness habe ich leider nur zwei Parcours geschafft. Fairerweise muss ich dazu sagen: es hatte auch ein bisschen was über 30 °C. Die Hitze, Anstrengung und auch der Adrenalinkick schlauchen einen mit der Zeit ein wenig, vor allem wenn man solche Action absolut nicht gewohnt ist. Aber kein Problem: auch dafür hat der Kletterwald eine Lösung. Inmitten des ganzen Kletterabendteuers befindet sich eine Terrasse, auf der man sich ganz gemütlich ein nettes Plätzchen suchen kann. Perfekt um den anderen Besuchern beim Klettern zuzusehen und sich mit leckerem Essen zu stärken um noch eine zweite Runde anzugreifen.

 

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Den inneren Adrenalinjunkie herausfordern

Fazit: Ich hatte wahnsinnig viel Spaß und bin ein bisschen über mich hinaus gewachsen. Der Kletterwald ist jedoch ein heftiges aber auch wundervolles Erlebnis. Geeignet ist er für jedermann, der ein außergewöhnlichen Ausflugsziel sucht oder auch für Menschen, die ihren inneren Adrenalinjunkie mal auf die Probe stellen möchten. Anfangs war ich mega abenteuerlustig und ging mit dem Gedanken ans Werk: „Du bist mutig – was soll dir schon passieren? Du schaffst das locker!“ Als ich dann aber auf der zweiten Plattform stand, fragte ich mich nur noch, wie zur Hölle ich denn da eigentlich über kommen sollte? Aber früher oder später packt ihr das Problem einfach an und versucht es. Man hat letztendlich nichts zu verlieren (außer vielleicht ein wenig Stolz wenn man tatsächlich fällt oder Spaß wenn man es nicht versucht). Denn wie heißt es so schön: wenn du es nicht versuchst, wirst du nie wissen ob du es kannst.

Ich bin stolz auf mich!

Fest steht, der Kletterwald fordert einen immer weiter heraus. Wenn man die Anlage verlässt, ist man stolz auf das, was man sich getraut hat. Gleichzeitig hat man aber das Gefühl, dass man mit ein bisschen mehr Anstrengung und Überwindung das nächste Mal vielleicht mehr schaffen kann. Man möchte seine Grenzen kennen lernen und sie überwinden. Und das ist ein wirklich tolles Gefühl.
Mehr Infos findet ihr unter: www.kletterwald-regensburg.de.


Text & Fotos: Corinna Meister, www.jetztgibtsbeef.de

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